In jeder Hinsicht Mensch sein
Fotografiert habe ich diesen Briefkasten bei einem Spaziergang durch Lübeck. Er befindet sich neben einer Haustür und ist tatsächlich in Betrieb. Aber wer hinter dieser Haustür wohnt, weiß ich nicht. Und somit auch nicht, ob die Person, die ihre Post in diesem Kas-ten empfängt, tatsächlich häufiger Liebesbriefe bekommt, seitdem es diese Aufschrift gibt. Aber der Gedanke, dass es so sein könnte, gefällt mir. Ich meine nicht, dass dort nur noch Liebesbriefe ankommen. Das ist nicht zu erwarten. Aber durchaus machbar ist der Gedanke, ein Anliegen so vorzubringen, dass es dem angesprochenen oder angeschrie-benen Menschen gerecht wird. Zumal, wenn der „am liebsten nur Liebesbriefe“ bekom-men möchte. Und wer wollte das nicht? Jeder Mensch braucht Liebe, wünscht sich Liebe, hofft auf Liebe. Daran zu denken, wenn wir miteinander kommunizieren, macht manches leichter – sogar das Empfangen herausfordernder Nachrichten.
Denkt im Umgang miteinander immer daran,
was in der Gemeinschaft mit Christus Jesus gilt:
Er war von göttlicher Gestalt. Aber er hielt nicht daran fest,
Gott gleich zu sein – so wie ein Dieb an seiner Beute.
Er legte die göttliche Gestalt ab und nahm die eines Knechtes an.
Er wurde in allem den Menschen gleich.
In jeder Hinsicht war er wie ein Mensch.
Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis in den Tod –
ja, bis in den Tod am Kreuz. (Philipper 2,5).
Pastor Martin Haasler