geistliches Wort

„Was mache ich, wenn Corona vorbei ist?“ Freunde treffen, Oma und Opa besuchen, meinem Hobby oder meinem Ehrenamt wieder nachgehen … Die Sehnsucht hält die Hoffnung wach. Und ich freue mich auf die Gottesdienste, die wir nun bald wieder feiern dürfen! Schön war es für mich trotzdem, an den vergangenen Sonntagen in die ansonsten geschlossene Kirche gehen zu können, stellvertretend für andere Kerzen anzuzünden und sich im Gebet mit anderen zu verbinden. Aber jetzt fällt mir doch ein Stein vom Herzen. Wann und wie wir den ersten Gottesdienst wieder feiern, steht in diesem Moment, in dem ich dies schreibe, nicht fest. Aber die Aussicht ist ja auch schon ein erster Schritt auf dem Weg zum Gottesdienst. Und deshalb lege ich einen Stein von meinem Schreibtisch zu dem Stein auf dem „Pfad der versteinerten Gedanken“ vor die Kirche.

Herzliche Grüße, bleibt behütet und bis bald,

Ihre und Eure Brigitte Mehl

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.  
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.“

Alte Worte aus Psalm 23. Oft sind sie wiedergekaut worden in bangen Nächten oder ängstlichen Tagen ohne Zukunft. Vielen haben sie das Beten leichter gemacht in Zeiten, in denen es am Wesentlichen gemangelt hat. Wer wünscht sich nicht die Fülle des Lebens, wenn so vieles ungewiss ist?

Und ob ich schon wanderte im Finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. 
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“

Manche Worte werden zu Trostworten. Sie sprechen nicht nur vom Trost, sondern sie spenden Trost. Schlichte Sätze manchmal. Wie eine bergende Hülle weben sie sich um mich entgegen allem Augenschein. Mich jedenfalls berührt es immer wieder, von Geschichten zu hören, in denen Psalm 23 getröstet hat.

Beste Grüße

Ihr

Vikar Alexander Dietz

„Mein Gott, du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du anhast.“ Psalm 104,1+2

Liebe Leserin, lieber Leser,

Im Frühjahr erwacht die Natur und mit ihr die Schönheit. Nach dem Dunkel und der Erstarrung des Winters kommt das Leben auf uns zu.

Die Natur braucht Zeit dafür. Die Pflanzen kommen langsam hervor. Das Lebensnotwendige muss gegeben sein. Die Sonne sorgt dafür, dass genug Licht und Wärme da sind und es braucht auch Zeit zum Wachsen und zum Entfalten.

Sich Zeit nehmen zum Wachsen, zum Zurückkehren ins Leben. Wo gibt es noch Grenzen, auch von außen gesetzte Grenzen, die wir einhalten sollten. Nicht zu schnell zu viel wollen. Sondern mit Sorgfalt und Geduld das Aufwachsen lassen, was uns zum Leben führt.

Wahrscheinlich wird es noch länger als die Frühjahrszeit dauert, bis wir wieder zur Normalität finden werden, aber wir machen uns langsam auf den Weg, neu das Leben zu ergreifen und zu gestalten.

Bleiben Sie behütet

Ihr Pastor Wolfram Glindmeier

Getrennt gemeinsam geht es noch ein Weilchen weiter. Dass wir seit vielen Tagen über Gebet bei Kerzenschein hinaus tagsüber so viel mehr Licht genießen, tut uns allen gut. In Psalm 36 steht: „Bei Dir, Gott, ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“                                          Herzlich Grüße, Ihre Pastorin Almuth Jürgensen

Osterlicht

Es war schon eine eigenartige Stimmung am frühen Ostermorgen in unserer Kirche. Wo wir uns in den vergangenen Jahren immer mit einer großen Runde früh morgens um 6 Uhr vor dem Sonnenaufgang versammelt hatten, waren wir nur noch in einem ganz kleinen Kreis. Wie immer haben wir mit der aufgehenden Sonne das Osterlicht entzündet. Ein Vikar hat das Licht hereingetragen, und wir haben die Lesung aus dem Matthäusevangelium  gehört. Nachdem die Osterkerze ihren Platz  bekommen hatte, wurden die Kerzen auf dem Altar entzündet. Dann blieb Raum und Zeit, um zu beten und Gott um seinen Segen zu bitten.

Eine geheimnisvolle Stimmung war es an diesem frühen Morgen. Es war  tröstend: Dieses Licht zu erleben, das in der Dunkelheit langsam erleuchtet. Es ist das Licht der Auferstehung. Es gibt uns die Hoffnung, dass nicht Krisen oder Tod am Ende stehen, sondern wir auf Gottes Licht zugehen. Daran lasst uns denken. Darauf lasst uns vertrauen, auch wenn die Dunkelheit uns weiter umgibt.

Mit herzlichen Ostergrüßen:

Hans Kilian, Pastor. 

Jeden Abend, wenn die Dämmerung kommt, spielt die ältere Mitbewohnerin einer Wohnanlage auf ihrer Hammond-Orgel dieses Lied. Durch die maximale Lautstärke und durch ihr offenes Fenster können alle, die ihren Kopf ins Freie stecken oder auf den Balkon treten, den Klängen lauschen. Manche stimmen ein – mit verhaltener Stimme:

„Wie ist die Welt so stille
Und in der Dämm'rung Hülle,
So traulich und so hold,
Gleich einer stillen Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer, 
Verschlafen und vergessen sollt.“

(Strophe 2
von Matthias Claudius,
1779)

Ein leises Ostern haben wir gefeiert, wie eingehüllt. In nachdenklichen Tönen über die Verletzlichkeit nachgedacht – uns aber auch von der Hoffnung auf das Licht anstecken lassen. Bemerkt, was an diesem Osterfest uns schmerzlich fehlte - aber auch Oster-Rituale gewürdigt, die uns das Herz aufgehen lassen: Eier mit Bemalung, der Duft des Osterbrotes, die Kraft des Lebens aus einer simplen Tulpenzwiebel, die freien Vögel am Himmel.

Nach Ostern ist es nun, als wenn die Welt etwas weiter erwacht.
In dieser Hoffnung: Gottes Segen mit Ihnen allen!

Ihre Pastorin Almuth Jürgensen

Karikatur: Michael Hüter, Bochum

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