»Ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen.«, so dichtet Paul Gerhardt in seinem Sommerlied »Geh aus mein Herz und suche Freud«. Der Dichter beschreibt, wie sich am Wachsen und Reifwerden der Pflanzen und an der Lebendigkeit von Tieren göttliche Fürsorge ablesen lässt.

Und weil Pflanzen wachsen und reifwerden und weil Tiere lebendig sind, sind sie für den Dichter schon an sich ein einziger Jubelgesang auf Gottes Fürsorge. Und so geht dem Dichter dann auch beim Blick in die sommerliche Natur das Herz über und er singt aus vollem Herzen mit, wenn die ganze Schöpfung singt.

Vielleicht hat das Herz der einen oder des anderen Gottesdienstbesuchers letzten Sonntag auch Freude gefunden. Zum Abschluss des Gottesdienstes haben wir auf dem Platz vor der Kirche vier Strophen »Geh aus mein Herz und suche Freud« gesungen. In der Kirche darf nach wie vor nicht gesungen werden.

Aber es gehört zur gottesdienstlichen Versammlung einfach dazu, gemeinsam zu singen: Singen stiftet Nähe. Singen hilft, Sorgen für einen Augenblick zu vergessen. Und Singen fördert, sich auf das, was einem wichtig ist, zu besinnen. In diesem Sinne singe ich gerne mit, wenn alles singt. Ab jetzt bei gutem Wetter zum Abschluss jeden Gottesdienstes vor der Kirche.

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