Wo findet sich das Osterlicht? In diesem Jahr? An diesem Ostermorgen?

Vielleicht wird Ihnen das gemeinsame Oster-Eiersuchen mit der ganzen Familie fehlen. Oder der Kurzurlaub, der eine Auszeit vom Alltag versprochen hatte. Endlich gemeinsame Zeit mit der Familie. Vielleicht werden Ihnen aber auch die österlichen Jubellieder fehlen.

Stattdessen eine andere Auszeit. Sie hat für jede und jeden eine eigene Bedeutung. Ein jeder von Ihnen kann sicherlich seine eigenen Geschichten der letzten Wochen erzählen: Vom Daheimsein, vom Alleinsein, vom Abstandhalten, vom ganz anderen Familienleben.

Die Verletzbarkeit des Lebens und der Tod sind nicht einfach wegzudiskutieren in dieser Zeit. Vielmehr suchen sie unsere Gesellschaft unvorbereitet heim. Für mich passt das nur schwer zusammen, die gegenwärtig entsprießende Fülle der Natur und gleichzeitig nicht zu wissen, wie die nächsten Wochen aussehen werden.

Ohne den Tod, ohne das Dunkel der Nacht ist die Hoffnung von Ostern nicht zu denken. Heute nicht und früher nicht. Der beste Zuspruch hilft nichts, wenn die Zeit nicht reif dafür ist, dass Menschen ihren Lebensmut und ihr Sinnvertrauen wiederfinden sollen.

Ostern erinnert daran, dass es solche Zeiten gibt, in denen Lebensmut kommt. Erinnert an die Erfahrung der Jünger: Jesus ist über den Tod hinaus lebendig. Im leeren Grab, im Weinen, in der Angst findet sich das Osterlicht. Plötzlich und ganz unverhofft ist alles voller Sinn. So erzählt es die Bibel.

Auf der Osterkerze in der Stockelsdorfer Kirche ist ein Ring bunter Hände abgebildet. Sie zeigen die vielen verschiedenen helfenden Hände, die auch hier bei uns in Stockelsdorf schon immer da sind. Oftmals helfen sie ganz unscheinbar. In den letzten Wochen sind sie vielleicht noch sichtbarer geworden. Sie zeugen von dem österlichen Mut, der nie aufgeben, sondern dem Leben vertrauen lässt.

Diesen österlichen Mut schenke Gott uns allen.

Ihr Vikar Alexander Dietz

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