geistliches Wort

Wir finden Gottes Spuren in der Schöpfung. "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde ..." - So lesen wir es im Schöpfungsbericht auf der ersten Seite der Bibel. Alles, was wir sehen können - Sonne, Mond und Sterne, Pflanzen, Tiere, Menschen - all das sind Spuren des Schöpfers. Und wer sich etwas intensiver mit Gottes Schöpfung befasst, der kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Ein Spaziergang am Meer, die besondere Luft, die wir atmen, wenn wir durch den Wald streifen oder der grenzenlos blaue Himmel mit dahinziehenden Wolken …

Aber auf der anderen Seite die Schreckensnachrichten von Klimaerwärmung, von Menschen, deren Lebensgrundlage durch Dürre zerstört wurde oder von Überflutungen.

Viele junge Menschen wollen sich damit nicht mehr abfinden.

Sie gehen immer wieder freitags auf die Straße und fordern von Politik und Gesellschaft Veränderung. Auch sie wollen noch in der Zukunft eine lebenswerte Erde vorfinden, über deren Wunder man einfach nur staunen kann.

Wo aber bleibt die Stimme der Kirche? Wir sind doch ganz besonders aufgerufen, die Schöpfung in ihrer Vielfalt zu bewahren.

Im letzten Jahr hat sich in Hamburg die Initiative CHURCHES FOR FUTURE – HAMBURG gegründet. Kirchliche Organisationen und Einrichtungen im Hamburger Raum und Norddeutschland unterstützen die Aktionen und Ziele von Fridays for Future und setzen sich für Klimagerechtigkeit und Klimaschutz ein.

Am 25. September 2020 wird die nächste große Klimademonstration in Lübeck stattfinden.

Um 12.00 Uhr startet die Klimademo am Klingenberg.

CHURCHES FOR FUTURE ist dabei – Sie vielleicht auch?

Und wenn nicht präsent, dann vielleicht mit ihren Gedanken und Gebeten.

Maren Griephan

Muscheln liegen in einer Schale mit Sand. Konfirmandinnen und Konfirmanden haben damit ein Symbol für ihre gemeinsame Konfi-Gruppe gestaltet. Jeder und jede hat sich eine Muschel ausgesucht, deren Form ihr gefallen hat. Und so wie manche Muschel in ihrem Inneren eine Perle verbirgt, so wurde in die Innenseite der eigene Name geschrieben. Dazu wurde ein Symbol für etwas gemalt, was jeder und jedem einzelnen ganz besonders wertvoll ist oder was sie oder ihn einmalig macht: Der eine hat seine Katze gemalt, die andere das Weltall, weil sie davon fasziniert ist.

Durch die Muscheln leuchtete für einen Moment auf, was es heißt, dass jeder Mensch einmalig ist, so wie er ist.

Jeder Mensch hat seine unantastbare Würde und zwar unabhängig von allen Leistungen und unabhängig davon, was andere meinen und wissen. Nichts kann die eigene Würde ersetzen.

Das sind oft gehörte Worte. Und doch bleibt es oft so unendlich schwer, einfach darauf zu vertrauen, auch einmalig zu sein. Meistens hat es ja doch damit zu tun, sich mit anderen zu vergleichen oder seine Leistungen herauszustellen.

Manchmal sind es gute Worte, manchmal Gegenstände wie die Muscheln der Konfis, manchmal eine Berührung oder ein lieber Menschen, die ganz konkret fühlen lassen, einmalig zu sein.

Welches Symbol würden Sie in Ihre Muschel malen?

Ihr Alexander Dietz

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“ (Koh 3,1)

Dieser Vers begleitet mich zurzeit, wenn ich in den Garten schaue und sehe, dass die letzten Blumen und Sträucher verblühen und mit ihnen die Düfte des Sommers verschwinden. Vermissen werde ich einiges am Sommer. Besonders seine Farbenpracht und das volle Leben, das einen von allen Seiten umgibt. Doch dann denke ich an den Herbst, der mit seinen bunten Blättern, den flauschigen Pullovern und dem heißen Kakao auf mich wartet. Es wird langsam Zeit den Herbst einzuladen und seine Schätze zu entdecken.

Alles im Leben hat seine Zeit. Und obwohl manches wie die Jahreszeiten verlässlich wiederkehrt, so gibt es doch immer wieder kleine Überraschungsmomente. Etwas, dass uns dazu auffordert uns darauf einzulassen. Das mag ich sehr, denn so kommt keine Langeweile auf! So wird es möglich, neue Facetten des Lebens zu entdecken, die den gewohnten Lauf durchbrechen und etwas Neues denkbar machen.

Ich wünsche uns allen, dass es uns gelingt diese Übergänge im Leben bewusst wahrzunehmen. Es ist ein wichtiger Prozess, sich von Liebgewonnenem zu verabschieden, um offen für Neues zu sein. Da ist es gut zu wissen, dass Gott mitgeht und dass alles, Schweres und Freudvolles, bei ihm geborgen ist.

Ihre Vikarin J. Braunsteiner

»Ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen.«, so dichtet Paul Gerhardt in seinem Sommerlied »Geh aus mein Herz und suche Freud«. Der Dichter beschreibt, wie sich am Wachsen und Reifwerden der Pflanzen und an der Lebendigkeit von Tieren göttliche Fürsorge ablesen lässt.

Und weil Pflanzen wachsen und reifwerden und weil Tiere lebendig sind, sind sie für den Dichter schon an sich ein einziger Jubelgesang auf Gottes Fürsorge. Und so geht dem Dichter dann auch beim Blick in die sommerliche Natur das Herz über und er singt aus vollem Herzen mit, wenn die ganze Schöpfung singt.

Vielleicht hat das Herz der einen oder des anderen Gottesdienstbesuchers letzten Sonntag auch Freude gefunden. Zum Abschluss des Gottesdienstes haben wir auf dem Platz vor der Kirche vier Strophen »Geh aus mein Herz und suche Freud« gesungen. In der Kirche darf nach wie vor nicht gesungen werden.

Aber es gehört zur gottesdienstlichen Versammlung einfach dazu, gemeinsam zu singen: Singen stiftet Nähe. Singen hilft, Sorgen für einen Augenblick zu vergessen. Und Singen fördert, sich auf das, was einem wichtig ist, zu besinnen. In diesem Sinne singe ich gerne mit, wenn alles singt. Ab jetzt bei gutem Wetter zum Abschluss jeden Gottesdienstes vor der Kirche.

Gute Initiative  Auf der Streuobstwiese hat sich etwas getan. Es wurden zwei Streifen gepflügt und darauf Bienensaat ausgesät. Eine gute Initiative der Gemeinde. Es brauchte etwas Geduld, aber nach ein paar Wochen waren tatsächlich die ersten bienentauglichen Blumen zu entdecken. Herrlich. Zuerst blühte es weiß, dann lila, und jetzt ragen noch wunderschöne Sonnenblumen aus dem Feld. Es gehen Menschen vorbei, die sich daran erfreuen, Bienen fliegen die Blüten an und später werden die Vögel die Sonnenblumenkerne picken.  Auf meinen Wegen in der Corona-Krise wurden mir die Bienenwiese und die Vögel zu Mutmachern. Sie erinnern mich an die Worte Jesu aus der Bergpredigt, in der er zu den Menschen redet, die sich soviel Sorgen um alles machen. „Seht die Vögel unter dem Himmel, sie säen nicht und sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheuen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch…Darum sollt ihr euch nicht sorgen.“ (Mt 6) Gott beschenkt uns jeden Tag neu mit seiner Güte. Manchmal öffnen uns gute Initiativen die Augen dafür.

Herzlichst, Ihre und Eure Brigitte Mehl

„Schau an der schönen Gärten Zier
Und siehe wie sie mir und dir
sich ausgeschmückt haben.“                                                      

Evangelisches Gesangbuch Nr. 503
Paul Gerhard 1607-1676

Als Jesus einmal mit seinen Jüngerinnen und Jüngern draußen auf den Hügeln am See Genezareth unterwegs war, erblickte er ein Feld mit unzähligen herrlichen Blumen. Es war ein wunderschöner Tag, Vögel zwitscherten. Alle hätten fröhlich sein können. Jesus sah sich um. Er sah in viele bekümmerte und sorgenvolle Gesichter. Worüber sie sich Sorgen machten?  -- Da zeigte Jesus auf die Blumen, die er vor sich sah. „Schaut mal, diese vielen Blumen. Schaut sie an! Seht, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht und sind doch wunderschön! Wenn Gott aber Blumen, die morgen schon welk sein können, so schön aussehen lässt, wird er nicht noch vielmehr für Euch sorgen?“

Sommerliche Tage wünscht Ihnen

Ihre Pastorin Almuth Jürgensen

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