Auch in diesem Jahr singen wir trotz Corona in der Adventszeit: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit. Es kommt der Herr der Herrlichkeit“. Die Tür öffnen, das Herz weiten … Ob das geht in dieser Zeit, die doch Lockdown heißt, in der wir unsere sozialen Aktivitäten zurückfahren sollen, und möglichst wenig Besuch haben sollen? Aber wie soll es dann Advent und Weihnachten werden? Ist das nicht ein Widerspruch?

Wie wäre es andererseits, wenn wir wirklich widersprechen würden? Widersprechen dem Kaufrausch, widersprechen dem Lärm, widersprechen dem Stress, widersprechen der Ellenbogengesellschaft? Es lohnt sich, wie immer im Leben, genau hinzuschauen, wem man die Tür öffnet und wem man Eintritt gewährt. Sozusagen durch das Guckloch den in den Blick zu nehmen, der da klingelt.

„Ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt…“ Darum geht es also: Dem die Tür öffnen und den Weg bahnen, der unserer Welt guttut, weil er die zerbrochenen Herzen heilt, weil er Leben und Hoffnung bringt.

Vielleicht gelingt es ja, gerade diese Adventszeit einmal mit mehr Ruhe und Besinnlichkeit zu verbringen, dass wir Zeit für uns selbst haben, Zeit, mit der Familie zusammen zu kommen und etwas miteinander zu erleben, basteln, Kekse backen oder spielen, gemeinsam zur Kirche gehen und die Krippe bestaunen, vielleicht heißt das auch, einen Gruß schreiben an jemanden, von dem man lange nichts gehört hat, danke sagen für Gutes, das man erfahren hat, jemanden anrufen, ein gut ausgewähltes Geschenk besorgen, Zeit für später verschenken... Ich wünsche Ihnen, dass sich ganz viele Türen öffnen und Hoffnung und Licht sich ausbreiten. Ihnen allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Ihre Brigitte Mehl

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